Als großer Fan von Supermarkt-Simulatoren musste ich dieses Mobile Game einfach ausprobieren, sowie ich es entdeckt hatte. Und auf den ersten Blick macht My Supermarket Simulator 3D vieles richtig. Die Grafik ist wirklich süß gestaltet, farbenfroh und charmant, ohne überladen zu wirken. Die Designs der Produkte, Regale und Figuren erzeugen sofort ein gemütliches, spielzeugartiges Supermarkt-Gefühl, das gerade zu Beginn motiviert, weiterzuspielen. Auch die Benutzeroberfläche ist intuitiv genug, um schnell reinzukommen, ohne von Tutorials erschlagen zu werden.

Grundsätzlich bietet das Spiel eine kreative Produktauswahl und diverse kleine Minigames, die für Abwechslung sorgen. Man levelt relativ schnell, was anfangs ein gutes Gefühl von Progression vermittelt. Gerade in den ersten Spielstunden entsteht so ein motivierender Flow, bei dem man ständig das Gefühl hat, etwas freizuschalten oder zu verbessern.
Der eigentliche Spielspaß stellt sich für mich allerdings erst so richtig ein, als ich Blitze beziehungsweise Energie gekauft habe. Ohne diese Zusatzenergie wird das Gameplay sehr schnell ausgebremst. Aktionen fühlen sich dann zäh an, und längere Spielsessions sind kaum möglich, ohne ständig warten zu müssen. Dass ich mir zusätzlich den Managerpass geholt habe, verstärkt diesen Effekt noch einmal deutlich.
Das Problem mit der Monetarisierung des Spiels
Hier liegt für mich der größte Schwachpunkt des Spiels. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, Geld in Mobile Games zu investieren, wenn sie mir Spaß machen. Ich habe für mich die Regel, dass ich im Monat maximal so viel ausgebe, wie ich auch für ein vollwertiges Konsolen- oder PC-Spiel zahlen würde.
In diesem Fall habe ich rund 30 € für zusätzliche Energie-Blitze ausgegeben, und erst danach hatte ich wirklich dauerhaft Spaß am Spiel. Genau das ist jedoch das Problem. Ohne Geld zu investieren oder permanent Werbung anzusehen, ist der Fortschritt extrem schleppend. Der Spielspaß fühlt sich klar limitiert an, und man hört dadurch viel früher auf, als man eigentlich möchte.
Solche Pakete sollten meiner Meinung nach immer „on top“ funktionieren, also um das Erlebnis zu erweitern oder komfortabler zu machen. In My Supermarket Simulator 3D wirken sie jedoch fast notwendig, um überhaupt ein rundes Spielerlebnis zu haben. Das fühlt sich stark nach Pay-to-Win beziehungsweise Pay-to-Progress an, und das ist ein Ansatz, den ich kritisch sehe.


Weitere gravierende Schwächen im Spiel
Ein weiterer gravierender Schwachpunkt ist das Regalsystem in Kombination mit dem Regaleinräumer. Sobald Regalfächer leer sind, verlieren sie sehr schnell ihre Produktbeschriftung. Der Regaleinräumer räumt die Ware dann nicht gezielt ein, sondern legt sie irgendwo ab, wo gerade Platz ist.
Das führt schnell zu absurden Situationen: Plötzlich liegt ein Produkt wie Schokocreme in sieben verschiedenen Regalfächern verteilt, während andere Produkte, die eigentlich im Lager vorrätig wären, keinen Platz mehr im Laden finden. Lagerregale merken sich zudem keine Produkte zuverlässig, was das Chaos weiter verstärkt und den Management-Aspekt unnötig frustrierend macht.
Dazu kommt, dass Kühlschränke gefühlt ständig blockiert sind, was den Warenfluss weiter einschränkt und zusätzliche Wartezeiten erzeugt.
Ein paar Fun Facts zum Spiel

Einmal alle 24 Stunden kann man sich Trinkgeld holen, das der Kassierer erhält, ohne Werbung dafür anschauen zu müssen. Es gibt eine Höchstgrenze, in diesem Fall 310 $, und je nach Levelprogress des Mitarbeiters variiert die Höhe des Trinkgelds, das er von Kunden bekommt.

Es gibt diverse Minispiele; zum Beispiel einen Basketballplatz, auf dem man Körbe werfen kann.

Es gibt diverse Minispiele; zum Beispiel einen Basketballplatz, auf dem man Körbe werfen kann.

Einen Lagerraum müsste man theoretisch gar nicht nutzen, die Kisten bleiben einfach vor dem Laden aufgetürmt, solange man sie nicht abholt.

Ladeneinrichtung darf sich in der Reichweite nicht überschneiden, was schnell zu Platzproblemen führen kann.
Technik & Performance
Ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, ist der Akkuverbrauch. My Supermarket Simulator 3D frisst enorm viel Akku. Selbst bei kürzeren Sessions wird das Smartphone spürbar warm, und der Akkustand sinkt deutlich schneller als bei vielen vergleichbaren Mobile Games. Für längeres Spielen unterwegs ist das schlicht unpraktisch.
Vergleich zu anderen Supermarkt-Simulatoren
Gerade im Vergleich zu Supermarkt-Simulatoren auf dem PC oder der Konsole schneidet das Spiel für mich schlechter ab. Auf Steam gibt es Titel, die entweder kostenlos oder für einen Bruchteil des hier investierten Geldes erhältlich sind und deutlich mehr Tiefe, Freiheit und Langzeitmotivation bieten. Das Spielerlebnis ist dort insgesamt umfangreicher, komplexer und weniger künstlich gebremst.


Fazit
My Supermarket Simulator 3D punktet mit einer wirklich süßen Grafik, einer kreativen Produktauswahl und einem angenehmen Einstieg. Das schnelle Leveln und die Minigames machen anfangs Spaß und sorgen für Motivation.
Langfristig kann ich das Spiel jedoch nicht weiterempfehlen. Ohne finanzielle Investitionen ist der Spielspaß deutlich eingeschränkt, und genau das halte ich für problematisch. Monetarisierung sollte ein Bonus sein, kein notwendiges Fundament. In Kombination mit dem hohen Akkuverbrauch, den KI-Problemen beim Einräumen und dem vergleichsweise begrenzten Spielerlebnis im Vergleich zu PC-Alternativen fällt das Gesamtbild am Ende enttäuschend aus.
Als kurzweiliges, optisch charmantes Mobile Game funktioniert es, als nachhaltiger Supermarkt-Simulator leider nicht.

