Kaufberatung Gaming-Stuhl – welche Aspekte sind entscheidend?

von Furios
Gaming-Stuhl

Gamer benötigen eine entsprechende Ausrüstung, um Chancen auf Siege zu haben. Dazu gehört ein leistungsstarker Rechner, ein Monitor mit einer hohen Bildwiederholrate, eine Gaming-Maus, eine Gaming-Tastatur und natürlich auch ein Gaming-Stuhl. Theoretisch könnte man natürlich auch einen Sessel aus der Küche oder einen Bürostuhl nehmen, empfehlenswert ist das aber nicht. Beide legen nämlich keinen extra hohen Wert auf Komfort, Bequemlichkeit und Ergonomie.

Und genau das ist aber notwendig, um stundenlang ohne Schmerzen und Verspannungen spielen zu können. Die Auswahl an Gaming-Stühlen ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, da auch die Nachfrage nach oben ging. Welche Aspekte sind also beim Kauf entscheidend?

Auf die maximale Größe und auf das maximale Gewicht achten

Zwei maßgebliche Kriterien sind die Größe und das Gewicht. Beim ersten Punkt kommt es genauer gesagt auf die Körpergröße an, denn ein zu kleiner oder ein zu großer Stuhl sorgt für die falsche Ergonomie und man sitzt in der Regel nicht bequem drauf. Um so einen Fehlkauf zu vermeiden, ist die Angabe der maximalen Körpergröße sehr wichtig. Zwar berücksichtigen immer mehr Hersteller diese Info, um eine Pflichtangabe handelt es sich aber nicht.

Fehlt sie und interessiert man sich für einen bestimmten Gaming-Stuhl, dann ist die Kontaktaufnahme mit dem Hersteller zu empfehlen. Einen zu kleinen Stuhl erkannt man an verschiedenen Stellen, zum Beispiel an der Kopfstütze beziehungsweise wenn sich der Hinterkopf über 5 cm darüber befindet.

Wesentlich ist auch die Sache mit dem Gewicht. Wird die maximal zugelassene Belastung überschritten, dann kann unter anderem die Gasfeder Probleme bereiten.

Aber auch die Standfestigkeit leidet, da die Rollen, die Konstruktion an sich, die Wippmechanik und die Lehne einer Überbelastung ausgesetzt sind.

Unterm Strich sind die verwendeten Komponenten nur auf ein begrenztes Körpergewicht ausgelegt, das bei Überschreitung negative Folgen für das Material und die Standfestigkeit hat. Da dies aber in der Regel fast immer angegeben ist, reicht ein kurzer Blick in die Beschreibung.

Weitere Punkte, auf die geachtet werden sollte

Fußkreuz und Rollen

Damit ein Gaming-Stuhl einen optimalen Stand hat, ist das Fußkreuz entscheidend. Besser gesagt geht es um das Material, das aus Metall oder Alu sein sollte. Günstigere Modelle können oft nur Kunststoff vorweisen, was zwar auch stabil ist, jedoch treten mit der Zeit Ermüdungserscheinungen auf. Die Rollen sind im besten Fall leichtgängig und haben eine Feststellfunktion. Mittlerweile gibt es auch besonders geräuscharme Modelle, deren Lauffläche aus Gummi besteht.

Gasdruckfeder

Bei diesem Punkt geht es nicht um die Qualität, sondern um die Höhenverstellung. Die Gasdruckfeder ist nämlich das entscheidende Element dafür und es ist wichtig, dass sich der Stuhl weit genug nach oben fahren lässt. Sind Ober- und Unterschenkel im 90-Grad-Winkel, dann ist die empfohlene Sitzhöhe erreicht. Manche Hersteller bieten ihre Modelle mit verschiedenen Gasdruckfedern an, sodass mehr Körpergrößen abgedeckt werden. Bis 1,90 m sollte der Verstellbereich beispielsweise zwischen 44 und 54 cm betragen.

Bezüge

Bei diesem Punkt stehen Stoff, Kunstleder, Echtleder und eine Netzbespannung zur Auswahl. Die Materialien unterscheiden sich unter anderem bei der Körperschweißaufnahme, einen großen Einfluss hat aber auch die persönliche Vorliebe. Man sollte also das auswählen, was einem am ehesten zusagt.

Kissen

Manche Stühle weisen an der Rückenlehne Kissen auf. Eine gute Sache, die die neue Sitzgelegenheit auf jeden Fall bieten sollte. Es ist zwar kein ultimatives Must-have, stellt aber eine äußerst bequeme Lösung dar.

Sitz und Rückenlehne

Die Konstruktion eines Gaming-Stuhls besteht meist aus einem Stahlrohrrahmen, oder es wird mit Formholz gearbeitet. Darauf liegen dann die Polster, die den Sitz und die Rückenlehne entsprechend weich machen. Zum Einsatz kommen meist PU-Kaltschaum und Schnittschaum. Beim Kauf gilt es auf die Dichte zu achten, die nämlich den Härtegrad bestimmt. Bis 40 kg/m³ spricht man von einer weichen Polsterung, ab rund 70 kg/m³ ist die Polsterdichte hart. Eine Empfehlung ist schwierig, da jeder einen anderen Sitzkomfort bevorzugt. Fakt ist aber, dass die Dichte bei einem höheren Körpergewicht auch höher ausfallen sollte. Leichte Menschen werden deshalb eine härtere Polsterung als unangenehm empfinden.

Armlehnen

Bei den Armstützen gilt es unbedingt darauf zu achten, dass sie sich umfangreich anpassen lassen. Eine Verstellbarkeit in der Höhe ist Pflicht, noch besser ist es aber, wenn zusätzlich eine Bewegung nach vorne/hinten und eine Drehmöglichkeit angeboten wird. Die meisten Optionen bieten 4D-Armlehnen, hier ist nämlich auch noch eine Verstellung von links nach rechts möglich. Ein Vorteil, der die Lehnen bei Bedarf näher zusammenrücken lässt (wenn man beispielsweise eher schmale Schultern hat).

Wippmechanik

Obwohl fast alle heutigen Gaming-Stühle über eine Wippmechanik verfügen, sollte die Funktion erwähnt werden. Sie ist nämlich Pflicht in der Ausstattung und sorgt dafür, dass sich die Rückenlehne und die Sitzfläche gleichermaßen nach hinten beziehungsweise wieder nach vorne bewegen. Der Winkel bleibt also ständig gleich, für die Ergonomie ein Vorteil. Noch effektiver arbeitet die Synchronmechanik, die bei eher teureren Modellen zu finden ist. Hier ist die Neigung der Sitzfläche geringer als die der Rückenlehne, was „dynamisches Sitzen“ und eine Entlastung des Rückens bedeutet.

Gaming-Stuhl-Beispiel

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Das Design muss auf jeden Fall gefallen

Die Funktionalität ist im Ernstfall der Optik vorzuziehen. Noch besser ist es aber, wenn beide Aspekte zu 100 Prozent den eigenen Vorstellungen entsprechen. Schließlich sieht man den Gaming-Stuhl täglich und es wäre nur bedingt förderlich, wenn einem dieser nicht gefällt. Das Design spielt beim Kauf also auch eine wichtige Rolle.

Ein Gaming-Stuhl hat nur wenige Nachteile

Wenn man nach den Schwächen sucht, dann liegen diese beim Preis und bei der höheren Platzeinnahme. Ansonsten überwiegen mit deutlichem Vorsprung die Vorteile, denn ein Gaming-Stuhl verfügt über eine ergonomische Bauweise, es wird gesundes Sitzen gefördert, Komfort steht an oberster Stelle, er kann optimal an den Körper angepasst werden, vor allem Testsieger sind langlebig und mittlerweile stimmt auch die Auswahl in Bezug auf Design und Farbe.

Der Preis ist nicht immer der ausschlaggebende Punkt

Einsteigermodelle gehen bei rund 100 Euro los, ein hochwertiges und besseres Modell kostet ab 300 Euro. Der Preis ist beim Kauf sicherlich ein Indiz, interessanter ist aber das Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem sind Stühle mit 300 Euro und mehr nicht automatisch Testsieger, manchmal stehen zum Beispiel welche für 200 oder 250 Euro besser da. Da man es aber der Beschreibung nur schlecht entnehmen kann, empfiehlt sich der Aufruf eines Testvergleichs.

Fazit

Steht der Kauf eines Gaming-Stuhls an, dann sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Vor allem aber gilt es darauf zu achten, ob das ausgesuchte Modell für die eigene Körpergröße und das eigene Körpergewicht geeignet ist. Ist es der Fall, dann stehen die Anpassungsmöglichkeiten im Vordergrund. Je mehr es davon gibt, umso besser kann er an den Körper angepasst werden (Punkte wie eine Wippmechanik und verstellbare Armlehnen sind aber Pflicht). Zu guter Letzt darf auch das Design nicht fehlen, das einem auf jeden Fall ansprechen muss.

picture credit: verchmarco

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