Warum kann ein Antivirenprogramm nicht alle Dateien überprüfen?

von Furios
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Um sicher im Internet unterwegs zu sein, ist ein installierter Virenschutz sehr wichtig. Die Auswahl ist groß und fast alle Hersteller bieten eine kostenlose Version an. Ein Beispiel wäre Avira Free Security, das früher auf den Namen AntiVir hörte. Soweit alles perfekt, allerdings wird immer wieder davon berichtet, dass ein Antivirenprogramm nicht alle Dateien überprüfen kann. Wahrheit oder Fake?

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Es klingt nicht gerade vielversprechend, allerdings kann kein einziges Virenprogramm alle Dateien auf einem Computer (in erster Linie sind damit Windows-PCs gemeint) überprüfen. Das bereitet manchen Nutzern Kopfschmerzen und lässt die Frage aufkommen, ob ein Antivirenprogramm in diesem Fall überhaupt Sinn macht?

Du gute Nachricht ist, dass die Gründe für diese Tatsache nachvollziehbar sind und die Frage nach dem Mehrwert nicht negativ beeinflusst wird. Das heißt, dass ein Virenprogramm immer Sinn macht und bei Verwendung des Internets installiert sein sollte.

Grund 1 – Windows schützt Systemdateien

Microsoft hat sein Windows so programmiert, dass Drittprogramme auf manche Systemdateien nicht zugreifen können. Das dient dem Schutz und betrifft zum Beispiel die DLL-Dateien und die Auslagerungsdatei „pagefile.sys“. Eine Ausnahme gibt es auch für Antivirenprogramme nicht, sodass keine Überprüfung dieser Dateien möglich ist.

Grund 2 – Passwörter sind ein Problem

Ist ein Ordner oder eine Datei mit einem Passwort versehen, dann ist ein Scan durch den Virenschutz nicht möglich. Die Programme besitzen diese Möglichkeit schlicht und ergreifend nicht.

Grund 3 – Sperre von geöffneten Dateien/Dokumenten

Ist eine Datei oder ein Dokument geöffnet, dann wird es beim Scanvorgang nicht berücksichtigt. Das liegt aber nicht am Virenprogramm, sondern für diese absichtliche „Sperre“ ist Windows beziehungsweise Microsoft verantwortlich.

Online Virenscanner

Wird der Windows-Computer nur selten verwendet, dann kann ein Online Virenscanner eine interessante Alternative sein. Hier ist nämlich in der Regel kein Download erforderlich und es werden keine PC-Ressourcen benötigt. Man muss allerdings aufpassen, denn es sind keine „richtigen“ Virenprogramme. Das bedeutet: Der Computer oder eine Datei können zwar auf Schädlinge gescannt werden, eine direkte Reparatur ist aber nicht drinnen. Es hängt somit wirklich vom Einsatzgebiet des Rechners ab.

Die richtige Entscheidung für eine Datei

Können Dateien nicht untersucht werden, dann muss im Regelfall eine manuelle Entscheidung her. Entweder löschen, in Quarantäne schicken oder nichts weiter unternehmen. Die Wahl hängt unter anderem davon ab, ob die Datei bekannt ist. Gehört sie beispielsweise zu einer Software oder zu Windows selbst, dann ist keine Aktion erforderlich. Ist eine Zuordnung nicht möglich, dann ist die Quarantäne die richtige Entscheidung. Dabei handelt es sich um eine Art digitales Gefängnis, sodass ein Schädling im Ernstfall nichts weiter anrichten kann. War es eine Fehlentscheidung, dann kann die Datei jederzeit wieder aus der Quarantäne entlassen werden. Ist die Sache eindeutig und es ist ein Virus, dann ist „löschen“ die passende Schaltfläche.

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