Malware am Handy erkennen & lückenlos entfernen – so geht’s

von Furios
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Schadprogramme (auch Malware genannt) bei Smartphones sind ein echtes Problem. Durch sie werden vertrauliche Daten übertragen, still und heimlich Internetseiten geöffnet, Werbung eingeblendet oder auch dubiose Apps installiert. Für den Nutzer ist eine Malware nicht immer sofort ersichtlich, denn es wird zum Beispiel nicht in allen Fällen Werbung eingeblendet. Es gibt aber zum Glück noch weitere Indizien, so wird der Akku schneller leer, das Handy wird ohne Verwendung heiß und auch ein erhöhter Datenvolumenverbrauch ist die Regel. Ein weiterer Erkennungsgrund ist auch, wenn plötzlich Apps installiert sind, die du gar nicht selbst heruntergeladen hast. Bei einem Verdacht sind übrigens Programme aus dem Store hilfreich, die sich darauf spezialisiert haben (wie „Malwarebytes Sicherheit: Antivirus & Anti-Malware“).

Sollten die genannten Umstände zutreffen und eine Malware auf deinem Smartphone sein, dann ist Handeln angesagt. Je später nämlich die Schadsoftware entfernt wird, desto mehr Daten können die Kriminellen abgreifen. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Die App deinstallieren

Wenn Malware auf dem Handy landet, dann in aller Regel via App. Das heißt, dass diese wieder entfernt werden muss. Klingt einfach, ist es aber nicht. Erstens tarnen sich diese mit einem unauffälligen Namen (zum Beispiel als Antiviren-App), und zweitens ist die Deinstallation aufgrund von Administratorrechten nicht immer über den herkömmlichen Weg möglich.

Los geht es aber zunächst mit dem abgesicherten Modus. Dieser muss gestartet werden, wobei der Weg dorthin je nach Hersteller anders ist. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass länger mit dem Finger auf die „Ausschalten“-Schaltfläche gedrückt werden muss. Der Modus sorgt anschließend dafür, dass nur die vorinstallierten Apps geladen werden. Das bedeutet auch gleichzeitig, dass die Malware in dieser Zeit ihre Arbeit nicht verrichten kann.

Ein wenig problematisch wird es jetzt, denn um eine Malware-App zu löschen, muss man erst einmal ihren Namen kennen. Geht es um Werbebanner, dann hilft die Android-Rechteverwaltung. Bei Werbung ist es nämlich so, dass die jeweilige App sich über die anderen legen muss. Und genau diese listet Android separat auf, genauer gesagt in den Einstellungen unter „Apps & Benachrichtigungen“, „Erweitert“, „Spezieller App-Zugriff“ und „Über anderen Apps einblenden“. Fällt nun in dieser Liste ein verdächtiger Eintrag auf, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Schadprogramm.

Zu guter Letzt geht es um die eigentliche Deinstallation. Im besten Fall lässt sich diese wie bei jeder anderen App vornehmen, manchmal wehren sich Malware-Apps aber dagegen. Nicht schlimm, jedoch mit mehr Aufwand verbunden. Ihr müssen nämlich vorher die Administratorrechte entzogen werden, was über die Einstellungen via „Sicherheit & Standort“ und „Apps zur Geräteverwaltung“ funktioniert. Einfach die App von der Liste entfernen und schon kannst du sie ganz normal deinstallieren.

Wichtig: Je nach Hersteller und Android-Version können sich die Begriffe in den Einstellungen unterscheiden. Abhilfe schafft die meist vorhandene Suchfunktion.

Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen

Obwohl die soeben genannte Lösung zu 99 Prozent den gewünschten Effekt erzielt, sind es keine 100 Prozent. Möchtest du diese haben (also eine wirklich lückenlose Entfernung), dann kommst du um die Werkseinstellungen nicht herum. Bei einem bereits vorhandenen Backup geht das auch ziemlich schnell, andernfalls ist die Prozedur recht aufwendig (da erst ein Backup erstellt werden muss). Außerdem solltest du die Passwörter von allen Konten ändern, mit denen du auf dem Smartphone angemeldet warst.

Ein Reset ist sicherlich nicht die komfortabelste Lösung, allerdings garantiert nur dieser Schritt eine 100%ige Befreiung.

Du hast die Qual der Wahl

Am Ende steht es dir frei, für was du dich entscheidest. Die Deinstallation der Malware-App ist die schnellere und bequemere Lösung, ein „Factory Reset“ punktet hingegen bei der Effektivität. Du kannst es aber auch zuerst mit der Deinstallation probieren und notfalls mit den Werkseinstellungen nachlegen.

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