Input Lag: Was bedeutet das und wie kann ich diesen verringern?

von Furios
Gaming Monitor Input Lag

Bist du auf der Suche nach einem Gaming-Monitor, dann wirst du verschiedene Begriffe zu Gesicht bekommen. Einer davon nennt sich „Input Lag“ und steht übersetzt für „Eingangsverzögerung“. Das trifft es auch schon perfekt, denn damit ist die Zeitspanne des Videosignals gemeint, die nach dem Eingang des Signals am Bildschirm und der tatsächlichen Anzeige auf dem Monitor auftritt. Mit dem Problem hat nahezu jedes Gerät zu kämpfen, entscheidender ist deshalb die Ausprägung. Der Input Lag spielt vor allem bei schnellen Spielen eine entscheidende Rolle, aber warum ist das so und kann man dagegen etwas tun?

Warum entsteht Input Lag überhaupt?

Der Arbeitsablauf einer Grafikkarte beginnt damit, dass sie vom Prozessor und vom Arbeitsspeicher Daten zugespielt bekommt. Daraus erzeugt die GPU (Synonym für Grafikkarte) ein Bild und gibt es anschließend an den Bildschirm weiter. Noch handelt es sich allerdings um eine Rohfassung des Bildes, was der Monitor auch bemerkt. Das bedeutet, dass dieser jetzt die Bearbeitung vornimmt und unter anderem notwendige Änderungen am Kontrast, an der Helligkeit und an der Farbsättigung durchführt. Aber auch vom Bildschirm unterstützte Techniken wie HDR sind damit gemeint. Genau diese Anpassungen benötigen Zeit und sorgen für Input Lag. Erst wenn das Bild vom Monitor fertig bearbeitet wurde, landet es auf der Scheibe und ist für den Nutzer sichtbar.

Um es nicht falsch zu verstehen: Die Rede ist von Millisekunden, von „langen“ Berechnungszeiten kann also keine Rede sein.

Welcher Wert ist akzeptabel?

Wenn du bei diesem Thema in der Oberliga mitspielen möchtest, dann sind 30 Millisekunden Input Lag das Maximum. Profi-Zocker gehen nämlich auch nicht über diesen Wert, da man hier von einer nicht spür- oder sichtbaren Verzögerung spricht. Natürlich handelt es sich hier nur um einen Richtwert, denn jeder Mensch nimmt Dinge anders wahr. Du bist aber immer auf der sicheren Seite, wenn die Grenze von 30 Millisekunden nicht überschritten wird.

Was sind die Folgen von Input Lag?

Das Hauptproblem ist die daraus resultierende Verzögerung. Wenn man es genau nimmt, dann zeigt der Monitor das Bild gar nicht in Echtzeit an, sondern mit ein paar Millisekunden Verspätung. Bei einem First-Person-Shooter kann es dazu führen, dass ein Gegner um die Ecke springt, schießt und man es in diesem Moment noch gar nicht sieht. Ist es nach den Anpassungen durch den Bildschirm der Fall, dann ist es meist schon zu spät für einen Gegenangriff.

Um genau so ein Szenario zu verhindern, ist ein niedriger Input Lag wichtig. Zu unterscheiden ist hier die Tatsache, dass die restlichen PC-Komponenten (wie CPU und RAM) das Spielgeschehen bereits berechnet haben, dieses aber erst nach dem Eingang am Monitor und dessen Anpassungen am Display zu sehen ist. Dauern die Anpassungen maximal 30 Millisekunden, dann ist alles im grünen Bereich und man wird in der Regel nichts davon mitbekommen.

Kann die Eingangsverzögerung reduziert werden?

Die große Frage ist natürlich, ob es Gegenmittel gegen Input Lag gibt. Die Antwort darauf lautet „Ja“, allerdings lässt sich das Problem nicht zu 100 Prozent eliminieren. Das ist aber auch gar nicht das Ziel, weil es technisch (noch) überhaupt nicht möglich ist.

Einen großen Einfluss auf den Input Lag haben die Funktionen des Monitors, die der Bildverbesserung dienen und in dessen Optionen zu finden sind. Damit ist zum Beispiel HDR (High Dynamic Range) gemeint. Je mehr davon aktiviert sind, umso länger muss der Bildschirm das eingehende Signal bearbeiten und umso mehr Zeit braucht er dafür. Das Bild wird dadurch freilich nicht bedeutend schlechter, deshalb empfiehlt sich die Deaktivierung vor allem bei schnellen Shootern (hier kommt es nämlich auf eine minimale Eingangsverzögerung an).

Ist der Gaming-Monitor mit V-Sync (vertikale Synchronisation) ausgestattet, dann sollte auch dieses Feature abgeschaltet werden. Wenn es nämlich in Bezug auf den Bildschirm um schnelle Reaktionen geht, dann ist die Funktion fehl am Platz. Um die Technologie kurz zu erklären: V-Sync sorgt dafür, dass die Grafikkarte sich dem Monitor anpasst und wartet, bis dieser für das nächste Bild startklar ist.

Was das im Klartext bedeutet

Die GPU wird also sprichwörtlich heruntergeregelt, was einen Vor- und einen Nachteil mit sich bringt. Und zwar wird durch das Verfahren Screen Tearing verhindert, jedoch entstehen Input Lags.

Positiv wird das Problem auch durch die Bildwiederholrate beeinflusst.

Liegt die Bildrate bei mehr als 60 Hz (beispielsweise 144 oder 240 Hz), dann wirkt alles schneller und flüssiger.

Für normale Arbeiten am PC ist es nicht entscheidend, bei Spielen aber schon. Der Gaming-Bildschirm sollte demnach mindestes 144 Hz haben.

Ein hoher FPS-Wert (Frames per Second) sorgt ebenfalls für eine flüssigere Darstellung und verringert Input Lag. Um die maximalen FPS herauszuholen, sollten die Grafikeinstellungen nach unten geschraubt werden.

Gibt der Monitor einen Game-Modus her, dann ist dessen Aktivierung zu empfehlen. Dieser bewirkt zwar keine Wunder, kann die Eingangsverzögerung aber zusätzlich ein wenig verringern.

Mit den genannten Tipps lässt sich in der Regel viel erreichen. Sollte es nicht der Fall sein, dann kann man auch nach einem Gaming-Monitor Ausschau halten, der von Haus aus einen geringen Input Lag hat. Solche Modelle kosten meist ein paar Euro mehr, doch die Investition lohnt sich.

TV-Geräte haben einen deutlich ausgeprägteren Input Lag

Vergleicht man einen Fernseher mit einem Gaming-Monitor, dann wird das TV-Gerät beim Input Lag immer den Kürzeren ziehen (und zwar mit Abstand). Das spielt bei der Wiedergabe von Serien und Filmen allerdings keine Rolle, da ein verzögertes Abspielen von zum Beispiel 100 Millisekunden keine Auswirkungen hat.

Anders sieht es aus, wenn am TV eine Konsole hängt. Dann ist die deutliche Verzögerung bei der Bildverarbeitung sehr wohl ein entscheidender Nachteil, der von den Herstellern mithilfe von speziellen Modi (wie einem Game-Modus) gedämpft wird. Die Modi sorgen dafür, dass zahlreiche Techniken, die für die Bildverbesserung zuständig sind, deaktiviert werden. Und wie oben bereits erwähnt, reduzieren weniger Bildverbesserungen den Input Lag.

Fazit

Ist vom Input Lag die Rede, dann ist damit die Zeitspanne vom Monitor gemeint, die er vom Erhalt des Bildsignals bis zur Anzeige auf dem Display benötigt. Hauptverantwortlich dafür sind die noch notwendigen Nachbearbeitungen (wie Helligkeit und Kontrast), da die Bilddaten in Rohform ankommen.

Als Nutzer kann man die Verzögerungen mit diversen Einstellungen reduzieren, jedoch nicht vollständig abschalten. Das funktioniert auf technischer Seite noch gar nicht. Hilft keine Maßnahme, dann steht noch die Option zur Verfügung, dass ein Gaming-Monitor mit extra geringem Input Lag gekauft wird.

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