Microsoft kauft Bethesda – was wird sich dadurch nun ändern?

von Furios
Microsoft

Seit einigen Jahren kauft das Microsoft Entwicklerstudios, um Exklusivtitel für Xbox und PC im eigenen Hause zu produzieren. Unter den acht neuerdings erworbenen Studios, ist auch das für epische multi-platformer bekannte Studio Bethesda dabei. Dabei sollen die Kosten 7,5 Milliarden Dollar betragen haben. Für Spieler könnte das eine Abwanderung bekannter Spielserien auf den PC und der Xbox bedeuten.

Doch Achtung, denn laut Microsoft sollen eher Spin-offs rein exklusiv erscheinen, gegen eine Gebühr will das Unternehmen beliebte Spiele wie Fallout oder Dishonored oder Prey dennoch auf der PS5 veröffentlichen. Dishonored und Prey? Ja, richtig gehört. Jetzt wird überlegt, gut bewertete, aber dennoch in letzter Zeit unrentable Spieleserien weiter zu veröffentlichen. Microsoft hat einfach mehr Ressourcen um die eigenen Studios genug zu unterstützen und bietet eine fertige Vertriebsinfrastruktur an. Das vertretbare Risiko ist nun deutlich größer. Es scheint, dass deswegen mit dem ein oder anderen Bethesda-Exclusive nur für Microsoft zu rechnen ist.

Sollte ein Spiel nicht sofort nach der Veröffentlichung Gewinn erwirtschaften, so ist sich das Unternehmen über den Kultstatus und langfristige Verkaufsmöglichkeiten mancher Titel bewusst. Das zeigt, dass es sich hierbei nicht nur um eine Laune und kurze Umstellung für den Spieler handelt, hier steckt eine großangelegte Vertriebs- und Markt- Positionierungsstrategie dahinter, die von dir als Teil der Spieler-Community getragen wird.

Was ändert sich für mich, wenn ich Bethesda-Games auf anderen Plattformen gekauft habe?

Du musst dir keine Sorgen machen, schon erworbene Bethesda-Titel zu verlieren. Es geht Microsoft nicht darum, den Spieler zu verärgern. Vielmehr geht es in der ersten Phase um das Anbieten zusätzlicher Möglichkeiten für den Gamer: Diese Angebote sollen so attraktiv gestaltet werden, dass der Spieler sich mit der Zeit für einen anderen Vertriebsweg, als den gewohnheitsmäßig genutzten entscheidet, oder diesen zumindest regelmäßig zum Erwerb neuer Titel nutzt.

Inwiefern revolutioniert Microsoft dadurch die Spielindustrie?

Ähnlich wie Steam als Magnet für unterschiedliche Spieleentwickler wirkt, so soll Microsofts Xbox Game Pass durch die schiere Anzahl an hochwertigen Spielen in allen Genres Stammspieler anziehen, aber auch für Neulinge ein passendes Einstiegsangebot beherbergen. Dafür werden nach und nach neue Games hinzugefügt. Microsoft will sich mit dem Kauf von Bethesda nachhaltig als Teil der Hard-Core Community etablieren.

Es wird aber auch großen Wert auf mediale Unterhaltungsmöglichkeiten und Produktivität gelegt. So wird es auf mit dem Xbox Game Pass auch Zugriff auf eigene Media-Player geben, Office-Programme und vieles mehr. Die Unterhaltungs- und Productivity-Tool-Industrie steht insofern vor einer Revolution, als dass ein neuer Global-Player mit beinahe unerschöpflichen Ressourcen und stark vernetztem Vertriebswegen den Verkaufsrhythmus und die Followershaft mancher Games und Softwareprodukten beeinflussen kann. Darüber hinaus werden die Studios Bethesda und Obsidian (Fallout New Vegas) fusioniert. Insgesamt wird so die Position von Bethesda und deren Konzepte gestärkt.

Was die Werbung angeht, so können andere Konsolenhersteller einfach auf von Microsoft produzierte Konzepte zurückgreifen, und den Titel der eigenen Konsole mit bewerben lassen. Im Klartext: In einem Werbeclip für Fallout 6 würde auch das PS5 Logo zu sehen sein. Laut einer Aussage von Microsoft sollen dennoch viele Kunden mit der Zeit zu einer Zweitkonsole von Microsoft greifen, um den ein oder anderen wirklich exklusiven Titel zu spielen.

Die Industrie wird in Zukunft mit einem Microsoft als Spielentwickler und -vertreiber klarkommen müssen, wie es ihn bis jetzt noch nicht gab. Das Unternehmen baut so seinen Einfluss in der Entertainment –Branche immer weiter aus. Ob und wie ein Spiel veröffentlicht wird, soll jedoch von Fall zu Fall entschieden werden. Bethesdas Zukunft gilt somit zur Zeit als gesichert.